Andacht zum Advent 2022

Freue dich und sei fröhlich , du Tochter Zion!
Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen.
Sacharja 2, 14
Sicher kennen die meisten das Adventslied Tochter Zion. Manche wissen vielleicht auch, dass es dieses Wort aus dem Buch des Propheten in die Sprache der Musik übersetzt. Auch wer das Lied und das Bibelwort kennt, wird sich fragen, wer denn eigentlich die Tochter Zion ist, die sich freuen und fröhlich sein soll. Die Antwort ist einfacher als man denkt: Tochter Zion sind Du und ich. Das sind alle, die durch die Taufe zum Volk Gottes gehören. Jeder von uns soll sich freuen und fröhlich sein. Diese Aufmunterung können wir alle in der ersten Adventszeit ohne wesentliche Corona-Einschränkungen gut gebrauchen.
Unsere Lebenserfahrung weiß, dass man ja immer dann zur Freude und Fröhlichkeit aufgerufen wird, wenn man traurig und die Lage düster ist. Krisen, mit denen keiner vor einem Jahr gerechnet hat, belasten viele von uns. Die Angst vor Ansteckung in den letzten beiden Wintern ist der Angst vor Krieg, Kriegsfolgen und Inflation gewichen. Berufliche Unsicherheiten, die aus der aktuellen Weltlage erwachsen, setzen vielen von uns zu. Eigentlich besteht in dieser Lage wenig Grund zur Freude. Unabhängig davon gibt es ja weiterhin die ganz normalen Nöte, die nichts mit der Welt- und Wirtschaftslage zu tun haben: Der Verlust eines geliebten Menschen, das Ringen mit einer Krankheit, die Angst vor dem Alter und vieles andere mehr. Wie kann man sich in einer solchen Situation freuen und fröhlich sein?
Dennoch gibt es einen ganz einfachen Grund für den Aufruf zur Freude: Gott will kommen und bei dir wohnen. Du bist ein von Gott geliebtes Kind. Trotz deiner Unzulänglichkeiten, deiner Fehler, deiner Schuld, deines Klein- und Unglaubens, trotz aller Sorgen, Nöte, Probleme und Ängste. Jesus Christus ist bei Dir, auch wenn Du oft blind dafür bist. Darum kannst du trotz alledem fröhlich sein!
Keiner von uns kann bekanntlich per Knopfdruck von traurig auf fröhlich umschalten. Gerade darum ist es so wichtig, dass Jesus Christus in unser Leben hineinkommt. In der Adventszeit geht es darum, dass der, der vor 2000 Jahren in die Welt gekommen ist, auch in Dein Leben hineinkommt. Das ist keineswegs mit irgendwelchen Anstrengungen verbunden. Es geschieht, wenn Du seine Liebe erwiderst und auf ihn in allem vertraust. Es tut uns gut, einmal stille zu werden, sich Zeit für das Beten, das vertrauensvolle Sprechen mit Gott und Hören auf sein Wort zu nehmen, um Abstand zu gewinnen von alldem, was uns verwirrt und belastet. Wenn Jesus Christus in Deinem Leben ist, dann erscheint alles in einem neuen Licht. Denn Er ist stärker als Not und Tod. Wir werden nicht länger von Ängsten und Sorgen beherrscht, sondern können fröhlich unseren Weg gehen in der Gewissheit, dass Jesus Christus der Herr ist und nicht die bedrohlichen Mächte der Welt. Denn die Herren dieser Welt werden gehen, aber der Herr Jesus Christus kommt. Ihm gehört die Zukunft, und jeder von uns hat in seinem Reich einen festen Platz, der durch nichts verloren geht.