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Wie auf die Kirchenkrise reagieren?

Acht Wegweiser in einer orientierungslosen Zeit

1. Die Zeiten einer Mehrheitskirche sind Vergangenheit. Gerade eine schrumpfende Kirche muss entschlossen Menschen zum Vertrauen auf den dreieinigen Gott einladen und missionarischer werden. Die Gemeindeglieder sind dazu aufzurufen und zuzurüsten: „Predigt das Evangelium aller Kreatur." (Mk 16,15, vgl. Barmen VI)

2. An der Bibel festhalten! Die Hl.Schrift ist das entscheidende Zeugnis der Offenbarung Gottes und deshalb das Fundament der Kirche. „Die einzige Regel und Richtschnur, nach der alle Lehren und Lehrer eingeschätzt und beurteilt werden müssen, sind allein die prophetischen und apostolischen Schriften Altes und Neues Testament." (Konkordienformel I,1, so auch Barmen I)

3. Im Sinne der altkirchlichen und reformatorischen Bekenntnisse sowie der Barmer Theologischen Erklärung gilt es, die Mitte des Evangeliums herauszustellen. Unser Auftrag ist es, das Evangelium von der Gnade Gottes, „was Christum treibet" (Luther), zu verkündigen (Mt 28,19f.; Lk 24,46ff.). Dazu gehört auch die Predigt des Gesetzes, die Sünde aufdeckt und zur Umkehr ruft. Angesichts des endzeitlichen Gerichtes Gottes geht es um die Befreiung von Schuld und Tod durch den Glauben an Jesus Christus.

4. Gegenüber gesellschaftlichen, politischen, oft ideologischen Parolen sollten wir dem Evangelium folgen. Soziale, ökologische, nationale, europäische, globale Anliegen sind - so berechtigt sie sein mögen - keine Kernaufgaben der Kirche, sondern der Menschen und Christen in der Welt. Wir sollten nicht den wechselnden Moden des Zeitgeistes folgen (Klimadiskussion, Migrationsfrage, Gendern u.a.), sondern dem Heiligen Geist, der von Jesus zeugt und ihn verherrlicht (Joh 15,26; 16,14). Eine einseitig politisierende Kirche erreicht wenig und zerlegt sich selbst.

5. In ethischen Grundfragen hat die Kirche an die universalen Gebote Gottes und die biblischen Vorgaben zu erinnern. Sie sollte den Willen Gottes - entsprechend des 5-8.Gebots, also das unbedingte Lebensrecht jedes Menschen, die lebenslange Ehe von Mann und Frau, das sozialpflichtige Eigentum und die biblische Wahrheit verkündigen.

6. In der innerkirchlichen Auseinandersetzung um den rechten Weg wollen wir einerseits klare, sachliche, biblische Positionen vertreten, andererseits Liebe und Toleranz gegenüber anderen Meinungen üben. Wir sollten Andersdenkenden nicht pauschal das Christsein absprechen, solange nicht die Gottessohnschaft und Auferstehung Jesu, die göttliche Person des Heiligen Geistes oder die Dreieinigkeit Gottes geleugnet wird. „Die Liebe erträgt alles, der Glaube nichts." (Luther; vgl. Mk 3,28f.; 1.Kor 13,7; Gal 1,9; 1.Joh 4,1ff.)

7. In den anhaltenden Spardiskussionen sollte entsprechend dasjenige (Gemeindepfarrstellen, Kirchengebäude, Kirchmusik, Diakonie, Kindergärten etc.) Priorität haben und bewahrt werden, was der Kommunikation des Evangeliums dient. Existentiell wichtig ist für die Kirche und Gemeinden eine zur biblischen Verkündigung befähigende Ausbildung der Pfarrer im Theologiestudium. Darum soll die Kirchliche Hochschule Wuppertal erhalten bleiben, wenn sie sich zu einem solchen Studienangebot weiterentwickelt.

8. Im interreligiösen Dialog gilt für die Kirche: nicht die kleinste gemeinsame Basis suchen, sondern die ganze Wahrheit des Evangeliums (Gal 2,5.14) in Liebe (1.Kor 13,6; 16,13f.) darlegen. Jesus sagt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich." (Joh 14,6)

Wuppertal, den 1.11.2025
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