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Jahreslosung 2025 aus 1. Thessalonicher 5, 21:

„Prüfet alles und das Gute behaltet!“

Vor vielen Jahren sah ich im Fernsehen einen Bericht aus China: In einem Geschäft prüften die Kunden Transistorradios auf ihre Funktionsfähigkeit. Weil es in China keine Garantie auf die Geräte gab, mußte der Käufer vorher die Ware auf Herz und Nieren prüfen. Die potentiellen Kunden drehten an den Knöpfen der Radios und hielten ihre Ohren an die Lautsprecher. Es wurde alles gründlich untersucht. Die als tauglich und funktionstüchtig getesteten Radios dann schließlich gekauft.

Der Apostel Paulus schreibt einen seiner ersten erhaltenen Briefe an die Gemeinde in Thessaloniki, die er selber gegründet hat. Der christliche Glaube ist neu. Alles ist noch nicht erprobt. Es ist wie in einem Versuchslabor, in dem vieles ausprobiert werden kann. Ab und zu knallt es auch mal laut. Was sich aber als alltagstauglich bewährt, wird übernommen.

Paulus als Gründer und Vater der Gemeinde in Thessaloniki ist gegenüber der frischen Gemeinde sehr aufgeschlossen. Gerade in der prophetischen Lehre und der Organisation der Gemeinde gibt es noch keine festen Regeln. Jeder ist mit seinen Gaben und Ideen willkommen.

Das alles hört sich paradiesisch an: Eine Gemeinde ohne feste Strukturen und alle dürfen sich mit ihren Gaben einbringen.

Nach über 2.000 Jahren Kirchengeschichte wissen wir, daß das so nicht geblieben ist. Es gibt keine ideale Kirche oder Gemeinde. Überall sind Menschen am Werk. Sie wollen das vermeintlich Gute, aber alle scheitern wir letztlich daran, weil wir Sünder sind. Deshalb schreibt Paulus auch in Vers 22: „Meidet das Böse in jeder Gestalt“!

Als Christen sollen wir uns bewußt sein, daß der und das Böse allgegenwärtig ist. Und das auch im Jahr 2025. Trotzdem sollen wir gerade deshalb alles prüfen, ob es dem Guten dient. Oft haben wir unsere festen Schubläden, in der wir den anderen zuordnen und hinein stecken. Dort aus der Schublade kommt er dann nicht mehr heraus.

Im neuen Jahr 2025 könnten wir uns den guten Vorsatz geben, dem Mitmenschen wieder neu zuzuhören und seine Meinung zu prüfen an Gottes Willen.

Es ist nicht verkehrt, auch mein altes Weltbild von Zeit zu Zeit auf den Prüfstand wie beim TÜV zu stellen. Denn Vieles wird davon in der nächsten Zeit arg getestet werden. Wohl dem, der ein festes Fundament im Glauben an Jesus Christus hat. Denn dieser trotzt den Stürmen und Ereignissen, welche auch immer im Jahr 2025 kommen mögen.

Pfarrer Andreas Stöcker



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