Zur Zeit sind 20 Einträge im Forum
Ins Forum eintragen

1 2 Weiter

Robert Stratmann robert.stratmann@gmx.de 21.01.2018 | 16:59
Lieber Thomas,

ja, das sehe ich auch so.

Herzliche Grüße von der Alb ins Rheinland.

Dein Robert

Thomas Berke 20.01.2018 | 20:17
Lieber Robert,
um den Sack zuzubinden: In gleicher Weise sind also auch bei der Wiederkunft Christi als Weltenrichter Gericht und Gnade untrennbar miteinander verbunden.
Dein Thomas Berke

Robert Stratmann robert.stratmann@gmx.de 19.01.2018 | 14:19
Lieber Thomas,

danke für Deine ergänzenden Anmerkungen, die ich für sehr wichtig halte. Ich vermag mir, aufgrund der forensischen Struktur des Seins, den Erlöser nur als Richter vorzustellen.

Es ist vor allen Dingen wichtig, Christus als Richter nicht gegen die frohe Botschaft von der Gnade auszuspielen, wie ich es auch für destruktiv halte, das Kreuz Christi gegen Gottes Liebe auszuspielen.

Ich kann nicht zählen, wie oft ich schon Sätze gehört habe wie: "Im Zentrum der Heiligen Schrift steht nicht das Kreuz Christi, sondern die Liebe Gottes." Damit verdirbt man beides. Das Kreuz erscheint als Signum eines rachsüchtigen Gottes, der Blut sehen will, damit er wieder versöhnt sein kann. Und Gottes Liebe wird ohne das Kreuz zu einem allgemeinen Prinzip, dem sich auch Gott unterzuordnen hat. Durch dieses "Nicht, . . . sondern . . ." verliert da das Eine und beeinträchtigt das Andere.

Sei mit dem gesamten Konvent herzlich gegrüßt!

Robert

Thomas Berke 12345 17.01.2018 | 12:19
Lieber Robert,
Deine Anmerkungen zum historischen Hintergrund von Offenbarung 1, 9-18 haben mich auf folgenden Gedanken gebracht, den ich zur Diskussion stellen möchte:
Im Mittelalter bis hin zu Dürers apokalyptischen Reitern war Christus als Weltenrichter mit dem Schwert im Mund ein gängiges Motiv. Die Reformation hatte jedoch Schwierigkeiten damit, weil es den Christen Angst machte, sodass sie bei Maria anstatt bei Christus Zuflucht suchten.
Dennoch handelt es sich ja um ein neutestamentliches Motiv. Darum muss nach dem ursprünglichen Sinn dieses Bildes gefragt werden. Hier kommen nun die Zeitumstände ins Spiel.
Die Johannes-Offenbarung ist in einer Zeit entstanden, als die Christen Angst vor dem Schwert der weltlichen Macht hatten, weil der römische Staat sie mit gewaltsamen Mitteln verfolgte. Dieser Angst soll mit der Ankündigung der Wiederkunft Christi etwas entgegengesetzt werden. Die Botschaft lautet: Das letzte Wort hat Jesus Christus und nicht der Römische Kaiser und seine Richter, Henker und Folterknechte. Denn Jesus Christus wird kommen und Richter sein über den Kaiser und alle Mächtigen der Welt.
Die Johannes-Offenbarung will also mit der Ankündigung der Wiederkunft Christi als Weltenrichter den Christen die Angst vor irdischer Gewalt nehmen. Sie will Mut machen, im Bekenntnis zu Jesus Christus standhaft zu bleiben, auch wenn es um Leben und Tod geht. Es geht um wehrlose Christen, die der Gewalt der Mächtigen ausgesetzt sind und die darauf vertrauen können, dass sie von Jesus Christus, dem Weltenrichter, beschützt werden. Denn Jesus Christus ist mächtiger als die Mächtigsten der Welt.

Aus diesem Grund gibt es keinen Widerspruch zwischen Christus als dem Weltenrichter und der Frohen Botschaft. Jesus Christus beschützt mit seinem Wort, das laut Hebräerbrief 4, 12 wie ein zweischneidiges Schwert ist, alle Christen, die an ihn glauben. Die Reformation hat also durch genaues Schriftstudium erkannt: Im Mittelalter wurde das biblische Motiv von Christus als dem Weltenrichter in seinem Sinn verdreht, indem das Schwert gegen die Christen gerichtet wurde, anstatt es als Schutz vor dem Schwert der Mächtigen dieser Welt anzusehen.

Thomas Berke 12345 11.01.2018 | 21:52
Mit Blick auf den Predigttext 1. Korinther 2, 1-10 für den 14.01.18 möchte ich mir die evangelische Freiheit nehmen, der Synodalpredigt von Oberkirchenrätin Rudolph vom vergangenen Sonntag in Bad Neuenahr zu widersprechen.
OKR Rudolph sagte laut epd-West: "Sind Herzen und Sinne in Christus bewahrt, im Messias Jesus gehalten, dann können wir offen sein für das, was in anderen Religionen 'wahr und heilig' ist. ... Die Logik des Gottesfriedens ist höher als all unsere Vernunft und reicht darum tiefer als alle trennenden Gräben von Tradition, Religion, Nation."
So richtig es ist, dass die Kirche nicht Gott "im Besitz" hat, so falsch ist es, daraus eine undefinierbare Beliebigkeit der Gotteserkenntnis abzuleiten.
Der Apostel Paulus verkündigt hingegen in aller Klarheit Jesus Christus (1. Kor 2, 2). Das Wort vom Kreuz (1. Kor 1, 18ff ) ist eine der Kirche und allen Menschen aller Religionen und Weltanschauungen vorgegebene "Weisheit Gottes" (1. Kor 2, 7-10), die keineswegs verborgen ist, sondern die Gott durch seinen Geist offenbart hat und die uns durch den Apostel Paulus verkündigt wird (2. Kor 2, 1 und 10).

Gottes Weisheit bedeutet: Allein weil Gott in Jesus Christus Mensch wurde und sich am Kreuz für alle Menschen hingegeben hat, ist die Tür zu Gott und zum ewigen Leben für alle Menschen geöffnet.
Wer andere Wege zu Gott proklamiert - und seien sie mit noch so guten Taten und noch so viel Weltverbesserung und noch so vielen religiösen Werken verbunden - der verkündigt Menschenweisheit (1. Kor 2, 4f).

Thomas Berke 29.12.2017 | 11:49
Ein gutes und gesegnetes Neues Jahr wünscht allen Nutzern der Lutherischen Predigtwerkstatt
Ihr Pfarrer Thomas Berke

Ich möchte für das Neue Jahr auf unsere Frühjahrstagung aufmerksam machen:
Sie wird am 4./5. März 2018 (Sonntagnachmittag ab 14.30 Uhr/Montagvormittag) mit Übernachtung im Haus des Christlichen Jugenddorfes Bonn-Bad-Godesberg, Mandelbaumweg 2 (Heiderhof - ehemaliges PTI der Ev. Kirche im Rheinl.) stattfinden.

Pfr. Dr. Bernhard Rothen und Prof. Dr. Martin Honecker werden zum Thema „Die Klarheit der Hl. Schrift nach Martin Luther in der heutigen Zeit“ referieren.

Tagungsbeitrag, Unterkunft u. Verpflegung : DZ € 85, EZ € 101. Teilnahme nur Sonntag (Tagungsbeitrag € 17) bzw. ohne Übernachtung (Tagungsbeitrag € 31) möglich. Anmeldung ab sofort bei Pfarrer Winfrid Krause: winfridkrause@gmx.de

Thomas Berke 27.12.2017 | 11:23
Nach den Weihnachtsfeiertagen ist mein Blick auf die Predigt an Silvester gerichtet. Bruder Sinn weist darauf hin, dass es im Kontext der Perikope 2. Mose 13, 20-22 um das Thema "Umwege führen zum Ziel" geht. Hier könnte man an Erfahrungen der Gottesdienstbesucher im Rückblick auf das vergangene Jahr anknüpfen. Mancher Umweg hat sich auch in unserem Leben als segensreich erwiesen. Im Blick auf das neue Jahr und die Zukunft ist dies ein Ruf zum Gottvertrauen. Gott wird uns auch in Zukunft über Umwege zum Ziel führen.
Leider führt er uns heute weder mit einer Wolken- noch mit einer Feuersäule zum Ziel. Wir haben als Wegweisung nichts anderes als Gottes Wort und Jesus Christus. Darum passt hier auch das Lied EG 391 "Jesu geh voran".

Bonhoeffers "Von guten Mächten" kann im EG Rheinland-Westfallen-Lippe unter Nr. 652 auch nach der populäreren Melodie von Siegfried Fietz gesungen werden

Thomas Berke 21.12.2017 | 23:13
Lieber Winfrid,
eine gehaltvolle Meditation zu einem gehaltvollen Heiligabend Predigttext aus Jesaja 8, 23 - 9, 6. Die Zitate von Luther und Bonhoeffer bringen eindrücklich das in Jesaja 8, 23- 9, 6 enthaltene Evangelium zur Sprache.
Mir kam dazu die Frage: Was sind eigentlich die Ursachen, die dazu führen, dass ein Volk im Finstern wandelt? Zur Zeit Jesajas waren es vor allem äußere Ursachen der Fremdherrschaft über Israel. Sie lassen auf einen Messias hoffen, der mit Macht und Gewalt politische Befreiung bringt. Jesaja deutet mit der Ansage der Geburt eines Kindes an, dass Gott einen anderen Weg gehen wird.
Luthers Auslegung zielt demgegenüber auf die inneren Ursache (Unglaube und mangelnde Gottesfurcht). Diese inneren Ursachen sind auch bei uns heute virulent. Wandelt nicht unsere Bevölkerung durch Unglaube und Mangel an Gottesfurcht im Finstern?
Gottes Antwort ist ein Kind. Das Licht strahlt aus der Krippe. Gott kommt als hilfloses Kind zu den Menschen, die nichts von ihm wissen wollen. Auf diese Weise will Gott auch an Heiligabend die Menschen in den Gottesdiensten, die großenteils ebenfalls im Finstern wandeln, zum Licht des Glaubens führen.

Thomas Berke 19.12.2017 | 10:03
Mich würde interessieren, wo es Gottesdienste am 24.12. vormittags gibt, die zum 4. Advent gehalten werden (zusätzlich zu Heiligabend am Nachmittag des 24.12. ). Vielleicht können die Nutzer unser Predigtwerkstatt dies kurz mitteilen.


Thomas Berke 12345 13.12.2017 | 13:07
Im Grunde sind so viele Themen in Römer 15, 4ff angesprochen, dass man ganz viele Predigten halten könnte: Über Geduld, Hoffnung, Trost, usw.
Bruder Siemens hat den Akzent seiner Auslegung auf die Eintracht in der Gemeinde gelegt und dabei Phänomene beschrieben, die jeder von uns gleichfalls erlebt hat.
Ich kann mir auch eine Predigt über den Zusammenhang von Geduld und Hoffnung vorstellen, der im Glauben an Jesus Christus gründet.
Eine weiteres wichtiges Thema besteht darin, das "sola scriptura" zu predigen. Denn es ist ja der "Trost der Schrift", der Hoffnung verleiht. In einer Zeit, in der viele Gemeindeglieder nicht mehr um den Unterschied zwischen Bibel und Menschenwort wissen, ist es eine gute Gelegenheit, diese zentrale Unterscheidung unserer Reformatoren neu herauszuarbeiten.
Die Wurzel allen Übels unserer gegenwärtigen Kirche besteht in der Geringschätzung der Heiligen Schrift. Anders gesagt: In unserer Kirche ist die Auffassung weithin verbreitet, dass die Bibel lediglich Menschenwort sei. Dies ist - so zeigt es Ulrich Parzany in seinem aufrüttelnden Buch "Was nun - Kirche?" - die tiefe Ursache für schlecht besuchte Gottesdienste und das Schrumpfen der Kirche in Europa.

1 2 Weiter