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Die Himmel erzählen die Ehre Gottes

(Ps. 19, 2)


Sommerzeit ist Ferienzeit. Millionen Menschen überall in der Welt zieht es hinaus in die Natur. Sie suchen Entspannung, Erholung und Freude an der wunderbaren Welt, in der wir leben.

Wenn sie dann noch auf das Wort aus Psalm 19 schauen, könnten sie begreifen, daß die Schönheit der Welt nicht einfach nur ein Produkt eines ziellosen und blinden Evolutionsprozesses ist, sondern eine großartige und schöne Schöpfung Gottes. Und wenn die Menschen das begriffen haben, dann erholt sich in den Sommerferien nicht nur ihr Körper, sondern es wird auch ihre Seele gesund.

Heute, im Zeitalter der Postmoderne, besteht eine viel größere Chance dazu als im Zeitalter der Moderne, das allmählich zu Ende geht.

Die Moderne war ja geprägt durch das Verdikt Kants, „daß wir nichts wissen können“, wie es Goethes Faust formuliert hat. Über zweihundert Jahre lang haben sich die Menschen von diesem Verdikt in die Irre führen lassen. Atheismus oder, was am Ende auf dasselbe hinausläuft, Agnostizismus beherrschten das Denken der Menschen. Den Himmel hatten sie verloren. So suchten sie in einem oft naiven Fortschrittsglauben, ein besseres Diesseits zu bauen. Und das sollte gegründet sein auf Wissenschaft, Technik und soziale Gerechtigkeit.

Im Grunde ist dieser Fortschrittsglaube schon in den Schützengräben von Verdun zerplatzt. Dennoch hat es bis zum Zusammenbruch des Sowjetimperiums und der Träume des Sozialismus gedauert, bis auch dieser Glaube an sein Ende gekommen ist. Nach dem Himmel haben die Menschen schließlich auch die Erde verloren. Die Moderne wurde zur geistigen Ruine. Sie mußte dem Postmodernismus weichen.

Postmodernismus heißt, daß die großen Narrative der Religion und der politischen Heilslehren ihre Faszination für die Menschen verloren haben. Der Einzelne kommt folgerichtig zu dem Schluß, daß jeder Mensch auf sich allein gestellt ist. Im Zeitalter des Postmodernimus wird „anything goes“ zur alles beherrschenden Parole. Und diese Parole ist nichts anderes als die Botschaft Nietzsches: „Nichts ist wahr, alles ist erlaubt.“

Nietzsche hat schon vor über hundert Jahren diese Entwicklung vorhergesagt. Er hat als herrschende Lehre der Zukunft den Nihilismus diagnostiziert. Nihilismus ist die Religion, besser die Antireligion, der Postmoderne. Sie ist die Religion unseres Zeitalters. Es hat gar nicht anders kommen können. Wenn der Glaube an Gott schwindet, ergreift der Nihilismus die Herrschaft.

Dabei erzählen seit Urzeiten und immer wieder neu die „Himmel die Ehre Gottes.“ Wir postmodernen Menschen müssen nur wieder dieser Erzählung zuhören. Wir müssen wieder darauf vertrauen, daß der Verstand uns zwar nur wie in einem Spiegel ein dunkles Bild zeigt, daß er uns aber dennoch nicht vollständig in die Irre führt.

Und deshalb stimmt es eben nicht, daß wir „nichts wissen können“. Wir sehen die unbegreifbare Größe der Welt und können in ihr einen Hinweis auf die Allmacht des Schöpfers erkennen. Wir hören den wunderschönen Gesang der Vögel und können ihn als Hinweis auf die Herrlichkeit des Schöpfers verstehen. Und wir erkennen – und das ist das unbestreitbare Verdienst der modernen Naturwissenschaft – die Ordnung und mathematische Gesetzmäßigkeit der Welt und können sie als Hinweis auf die bewußte und überragende Intelligenz des Schöpfers deuten.

Vertrauen wir diesem Schöpfer! Lassen wir die postmoderne Beliebigkeit und den nihilistischen Relativismus der Werte hinter uns! Fügen wir uns als geliebte Geschöpfe des Vaters im Himmel ein in seine Schöpfung! Und hoffen wir im Vertrauen auf seinen Sohn Jesus Christus auf unsere endgültige Erlösung!
Reiner Vogels